Flow-Studie zeigt: Wenn die Zeit verfliegt, dann erleben wir mehr Flow und werden produktiver

„Ich bin im Flow“ – eine Aussage, die ausdrückt, dass man sich bei einer Tätigkeit in einem Idealzustand befindet. In einer umfassenden Studie haben die (Wirtschafts-)psychologen Prof. Dr. Katja Mierke und Prof. Dr. Fabian Christandl der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit Jun.-Prof. Dr. Corinna Peifer von der Ruhr-Universität Bochum untersucht, welchen Einfluss der Faktor Zeitwahrnehmung beim Flow-Erleben hat. Dazu wurden vier Experimente mit insgesamt 254 Probanden durchgeführt.

Hin und wieder empfindet man bei der Ausübung bestimmter Arbeitsaufgaben ein Flow-Gefühl. Studien zeigen, dass die perfekte Übereinstimmung der eigenen Fähigkeiten mit den Anforderungen eine wesentliche Voraussetzung dafür ist. In solchen Momenten geht man vollkommen auf, in dem was man gerade tut und vergisst alles um sich herum, die Zeit scheint zu verfliegen.

Wissenschaftler der Hochschule Fresenius und der Ruhr-Universität Bochum haben nun erstmals gezeigt, dass sich dieser Zusammenhang umkehren und damit Flow-Erleben experimentell auslösen lässt. Ausgehend von dem Befund, dass in Phasen des Flows „die Zeit verfliegt“, hat das Forscherteam den Faktor Zeit näher betrachtet. Dazu haben sie in mehreren Experimenten die Zeitwahrnehmung künstlich manipuliert. Im ersten Versuch wurden den in zwei Gruppen aufgeteilten Teilnehmern die gleichen Aufgaben wie z.B. Wortpuzzle gestellt. Einer Gruppe wurde gesagt, dass sie zur Lösung 15 Minuten Zeit hätten, der anderen wurden nur fünf Minuten eingeräumt. Tatsächlich hatten beide Gruppen zehn Minuten Zeit. Teilnehmer, die 15 Minuten erwartet hatten, bekamen so eher das Gefühl, dass die Zeit verflogen ist. Dies führte dazu, dass sie auch eher angaben, Flow erlebt zu haben als dies in der anderen Gruppe der Fall war.

Eine weitere weitreichende Erkenntnis: Hat man durch manipulierte Zeitwahrnehmung Flow bei einer Aufgabe erlebt, wird die Performance bei einer anschließenden Tätigkeit verbessert. So sollten die Probanden direkt im Anschluss eine ähnliche zweite Aufgabe lösen. Diejenigen, die während der ersten Aufgabe angegeben hatten, Flow erlebt zu haben, lösten die Folgeaufgabe besser und erlebten wieder mehr Flow als die Vergleichsgruppe, dieses Mal echten – da die Zeitwahrnehmung im zweiten Durchgang nicht manipuliert wurde.

„Entgegen der gängigen Praxis, Deadlines immer etwas zu knapp bemessen vorzugeben, lässt sich aus unseren Ergebnissen für die Praxis ableiten, dass man die Dauer von Tätigkeiten so gestalten sollte, dass jemand etwas schneller mit einer Aufgabe fertig sein kann“, so Prof. Christandl. „Hat man beispielsweise eine Stunde Zeit für eine Tätigkeit eingeplant, ist aber früher damit fertig, fühlt man sich gut und löst auch die Folgeaufgaben besser. Aber auch andere Faktoren wie Autonomie oder Mitbestimmungsrecht spielen bei Flow und Arbeitsperformance natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle“, erklärt der Wirtschaftspsychologe.

Christandl, F., Mierke, K., & Peifer, C. (2018). Time Flows: Manipulations of Subjective Time Progression Affect Recalled Flow and Performance in a Subsequent Task. Journal of Experimental Social Psychology, 74, 246-256.

Die Ergebnisse der Studie werden von den Autor(inn)en auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (3.-5. Mai in Bochum) sowie auf dem DGPs-Kongress (15.-20. September in Frankfurt) vorgestellt.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.hs-fresenius.de

Serotonin-Syn­drom: Geringes Risiko bei gleichzeitiger Einnahme von Triptanen und Antidepressiva

Patienten, die Antidepressiva und Triptane gegen Migräne parallel einnehmen, sollen doch kein erhöhtes Risiko für ein Serotonin-Syndrom haben. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von Patientendaten aus den Jahren 2001 bis 2014 im Großraum Boston und Massachusetts. Die Autoren von der University of Florida College of Medicine fordern die Food and Drug Administration (FDA) der USA daher auf, ihre Warnung aus dem Jahr 2006 zu überprüfen. Die Ergebnisse der Beobachtungs­studie wurden in Jama Neurology publiziert (2018; doi: 10.1001/jamaneurol.2017.5144).

Die Forscher um Yulia Orlova haben die Daten von fast 20.000 Patienten ausgewertet, die Triptane zusammen mit Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI) oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) einnahmen. Einen Verdacht auf ein Serotonin-Syndrom gab es bei 17 Patienten, eine definitive Diagnose erhielten 2 Patienten. Die Inzidenz des Serotonin-Syndroms lag bei 0 bis 4 Fällen pro 10.000 Personenjahren. Das Risiko eines Serotonin-Syndroms unter Co-Medikation halten die Forscher daher für gering.

Zu Bedenken ist, dass die Qualität der medizinischen Dokumentation variieren kann. Es sei zudem möglich, dass Kliniker, die das Serotonin-Syndrom nicht erkannt haben, andere diagnostische Codes verwendet haben könnten.

2006 warnte die FDA vor erhöhtem Risiko

Im Jahr 2006 hatte die FDA eine Warnung herausgegeben, um auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko eines Serotonin-Syndroms unter Medikation von Triptanen und den Antidepressiva SNRI oder/und SSRI aufmerksam zu machen. Ärzte wurden aufge­fordert, betroffene Patienten darüber zu informieren.

Lebensgefährliches „Serotonin-Syndrom“ durch Migränemedikamente

Washington – Eine Monotherapie der Migräne mit Triptanen kann zu einer lebensgefährlichen Überflutung des Körpers mit dem Neurotransmitter Serotonin führen, die als „Serotonin-Syndrom“ bezeichnet wird. Davor warnen US-Forscher in einem Leserbrief im New England Journal of Medicine (2008; 358: 2185-2186).Triptane wirken als Agonisten am Rezeptor für den Neurotransmitter Serotonin. Dessen

Aber auch nach dieser Warnung sank die Verschreibung von Triptanen in Kombination mit Antidepressiva in der Analysegruppe nicht. Die Zahl der Migränepatienten, die gleichzeitig SNRI oder SSRI einnahmen, blieb stabil zwischen 21 und 29 %.

Beim Serotonin-Syndrom kann es zu einer schnellen Herzfrequenz kommen, instabilem Blutdruck, Erbrechen, Fieber, Muskelzuckungen oder Durchfall. Der Zustand kann auch tödlich sein. Verursacht werden diese Symptome durch einen erhöhten Serotonin­spiegel, der zu einer verstärkten zentralen und peripheren synaptischen Serotonin­wirkung führt. Als Auslöser gelten Medikamente, aber auch Rauschmittel wie Kokain, LSD und Psilocybin oder Nahrungsmittelergänzungen wie Tryptophan und S-Adenosylmethionin.

Benzodiazepine: Anstieg der Todesfälle in den USA

Droht den USA nach der Opioid-Epidemie bereits die nächste iatrogen mitverantwortete Drogenkrise? US-Mediziner weisen in einem Perspektiv-Artikel im New England Journal of Medicine (2018; 378: 693-595) auf eine steigende Zahl von Todesfällen durch Benzodiazepin-Überdosierungen hin, für die sie eine unkritische Verordnung der Schlaf- und Beruhigungsmittel verantwortlich machen.

In den Jahren 1996 bis 2013 stieg die Zahl der Erwachsenen, die ein ärztlich verordnetes Benzodiazepin einnahmen, von 8,1 Millionen auf 13,5 Millionen, was einem Anstieg von 67 Prozent entspricht. Die Gesamtmenge der verordneten Benzodiazepine hat sich sogar verdreifacht. Zuletzt kamen auf 100.000 Erwachsene 3,6 kg Lorazepam-Äquivalente pro Jahr. Etwa zur gleichen Zeit (1999-2015) stiegen die Todesfälle durch Benzodiazepin-Überdosierung von 1.135 auf 8.791.

Dies sei vielleicht nur deshalb übersehen worden, weil ein Viertel der Benzodiazepin-Toten gleichzeitig Opiate eingenommen hatte, schreiben Anna Lembke und Jennifer Papac von der Stanford University School of Medicine in Kalifornien. Tatsächlich hat die gleichzeitige Verschreibung beider Medikamente zwischen 2001 und 2013 von 9 auf 17 Prozent zugenommen.

Hinzu kommt, dass Benzodiazepine immer häufiger als „Chemikalien aus der Forschung“ illegal über das Internet vertrieben werden. Einige der dort angebotenen Substanzen sind deutlich stärker als die zugelassenen Arzneimittel. Clonazolam, ein Analogon von Clonazepam, wirkt so stark, dass es auf Mikrogrammebene mit einer hochpräzisen Skala dosiert werden muss, was den Konsumenten meist nicht bewusst ist – mit tödlichen Folgen. Lembke und Papac sehen hier eine Parallele zum illegalen Handel mit Fentanyl und anderen hochpotenten Opiaten, denen ein wesentlicher Anteil am Anstieg der Todesfälle zugeschrieben wird.

US-Ärzte verschreiben Benzodiazepine zu sorglos, schreiben die beiden Gesundheits­forscher. Die Regel, dass die Mittel nur vorübergehend verordnet werden sollen, werde immer wieder missachtet. Die Gefahren, die mit einer chronischen Verordnung von Benzodiazepinen verbunden seien, seien vielen Ätzten offenbar nicht bewusst. Zu diesem Risiko gehört laut Lembke und Papac, dass sie bei längerfristiger Einnahme die Symptome verstärken, die sie lindern sollen, nämlich Schlafstörungen und Ängste.

Neben einer Abhängigkeit gefährden eine Reihe von Benzodiazepin-Nebenwirkungen die Gesundheit der Patienten. Dazu gehören Stürze, Frakturen, Autounfälle sowie kognitive Störungen.

Eine Untersuchung zu den Verordnungszahlen in Nordamerika und Australien, die Jonathan Brett von der University von New South Wales in Sydney kürzlich im Journal of the American Geriatrics Society (2018; doi: 10.1111/jgs.15292) publiziert hat, scheint der Einschätzung von Lembke und Papac zunächst zu widersprechen.

Danach sind die Verordnungen von Benzodiazepinen an ältere Menschen in den USA (Veteranen) und in Kanada (Provinz Ontario) seit 2010 zurückgegangen, während sie sich in Australien kaum verändert haben. Die absoluten Verordnungszahlen sind jedoch weiterhin hoch.

In den USA hatten 2016 noch 7,3 Prozent aller Senioren ein Rezept für Benzodiazepine erhalten, in Kanada waren es 13,4 Prozent und in Australien sogar 16,8 Prozent. Die Häufigkeit der Verordnungen stieg mit dem Alter, und vor allem bei den über 85-Jährigen ist die Rate von Benzodiazapin-Verordnungen unangemessen, schreibt Brett. Die sinkenden Verordnungszahlen bedeuten allerdings nicht unbedingt, dass die Patienten weniger Schlafmittel einnehmen. In den USA hat zuletzt die Verordnung der „Z-drugs“ mit den Wirkstoffen Zopiclon und Zolpidem zugenommen. Dass diese Mittel frei von Sicherheitsrisiken sind, wird von vielen Experten mittlerweile bezweifelt.

Immer mehr Arbeitnehmer wegen psychischer Probleme in Reha

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland machen wegen psychischer Probleme eine Reha. Das geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor, über die die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichteten. Demnach sind 2017 wegen psychischer Erkrankungen rund 159.500 medizinische Rehabilitationen im stationären Bereich bewilligt worden – 3.000 Fälle mehr als im Vorjahr. 2007 waren es noch 109.700. Das entspricht einem Anstieg um fast 45 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre.

Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt aktuell bei 49,5 Jahren. Bei Frauen waren zuletzt rund 23 Prozent der stationären Rehabilitationen bedingt durch psychische Erkrankungen, bei den Männern waren es rund 19 Prozent. Zu den Gründen für den Anstieg der Fallzahlen heißt es bei der Rentenversicherung, psychische Erkrankungen würden inzwischen besser erkannt und damit häufiger diagnostiziert als früher. Zudem sei die Stigmatisierung in der Gesellschaft rückläufig. Auch könne die Diagnose einer psychischen Beeinträchtigung heute von Ärzten klarer benannt werden.

Laut der Deutschen Rentenverscherung gibt es aber für eine reale Zunahme der Häufigkeit psychischer Erkrankungen auch nach neueren epidemiologischen Studien keinen Hinweis. Die Rehabilitation der Rentenversicherung ermögliche vielen Versicherten mit psychischen Störungen trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung, weiter zu arbeiten, hieß es. Bei rund 83 Prozent habe die Reha zu diesem Ergebnis geführt, rund 17 Prozent dagegen bezögen zwei Jahre nach der Reha wegen psychischer Störungen eine Erwerbsminderungs- oder Altersrente.

Wegen der Zunahme des Bedarfs sei die Zahl der entsprechenden Behandlungsplätze in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden. Derzeit seien Rehabilitationen wegen psychischer Störungen in bundesweit 195 Einrichtungen möglich. Die Kosten pro Fall lägen im Schnitt bei rund 6.750 Euro. Bei Rehabilitationen wegen einer körperlichen Erkrankung seien es rund 2.830 Euro.

Gesundheitsbranche zieht es in die Cloud

Die Gesundheitsbranche wird künftig verstärkt in Cloud-Technologien investieren. Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungs­unternehmens Frost & Sullivan hervor. Demnach werden die Umsätze für Cloud-Services bis 2021 auf fast zehn Milliarden US-Dollar steigen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die veränderte Haltung der Branche: Laut den Marktforschern glauben immer mehr Entscheidungsträger, dass Cloud-Umgebungen sicherer sind als interne Infra­strukturen – insbesondere in Bezug auf Datensicherung und Notfall­wiederherstellung.

Angekurbelt wird der Markt durch die Datenexplosion in der Branche. „Das Volumen unstrukturierter medizinischer und Gesundheitsdaten, die außerhalb klinischer Umgebungen generiert werden, wächst ins Unermessliche“, verdeutlichte Digital Health Research Manager Natasha Gulati. Gemeinsam betriebene Cloud-Plattformen könnten die Gesundheitsdaten künftig verschiedenen Interessengruppen zugänglich machen sowie Risiken und Kosten auf mehrere Schultern verteilen.

Aber auch Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und andere Teilnehmer des Pflege­spektrums werden nach Ansicht der Autoren verstärkt auf Cloud-Plattformen setzen. Ihr Ziel sei es, so Daten- und Anwendungszugriffe zu verbessern, die Interoperabilität zu erweitern und eine große Menge an Gesundheitsdaten effizient zu verwalten, zu speichern und zu archivieren.

Die Studie „Healthcare Cloud Computing Outlook, Global, 2016–2021“ untersucht Wachstumsmöglichkeiten, Geschäftsmodelle, Herausforderungen, markttreibende Faktoren und branchenspezifische Cloud-Lösungen. Zudem werden Marktteilnehmer, Käuferverhalten und Kundenerwartungen vorgestellt.

Antidepressiva wirken ohne Ausnahme besser als Placebo

Antidepressiva wirken in der Behandlung schwerer Depressionen signifikant besser als ein Placebo und sind ähnlich gut verträglich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metaanalyse im Lancet von 522 doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studien mit 116.477 Teilnehmern (2018; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32802-7). Die Studie enthält mit etwa der Hälfte der analysierten Studien die größte Anzahl bisher unveröffentlichter Daten, die jetzt online frei zugänglich gemacht wurden.

Alle 21 untersuchten Antidepressiva wirkten in einer 8-wöchigen Akutbehandlung signifikant besser als Placebo, wobei die Überlegenheit leicht bis moderat ausfiel. Die Mehrzahl der Patienten hatte eine mittelschwere bis schwere Depression (Patienten, die Antidepressiva erhielten: n = 87.052, Placebo: n = 29.425). Welches Medikament langfristig besser wirkt, untersuchten die Autoren der Studie nicht. Ebenso wenig gibt die Metaanalyse Antworten darauf, welche Antidepressiva alternativ zum Einsatz kommen könnten, wenn das zuerst ausgewählte Medikament keine Wirkung zeigt.

Wie schon frühere Studien nahelegten, zeigte eines der ältesten Antidepressiva Amitriptylin die stärkste Wirksamkeit. „Neuentwicklungen sind also nicht automatisch die besseren Medikamente. Allerdings ist Amitriptylin auch deutlich schlechter verträglich als neuere Substanzen – es wurden in der Verträglichkeit bei den Neuentwicklungen Fortschritte erzielt“, sagt Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz.

Wirksamkeitsvergleich der 21 Antidepressiva

Darüber hinaus kamen die Autoren zu dem Schluss, dass neben Amitriptylin auch Agomelatin, Escitalopram, Mirtazapin, Paroxetin, Venlafaxin und Vortioxetin wirksamer waren als Fluoxetin, Fluvoxamin, Reboxetin und Trazodon.

Antidepressiva unterschieden sich zudem hinsichtlich der Akzeptanz, wobei Agomelatin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Sertralin und Vortioxetin am besten von den Patienten toleriert wurden und Amitriptylin, Clomipramin, Duloxetin, Fluvoxamin, Reboxetin, Trazodon und Venlafaxin am wenigsten gut toleriert wurden.

Das ist eine ziemliche Verzerrung – ich würde nie empfehlen, mit Agomelatin eine Behandlung einer schweren Depression zu starten.Klaus Lieb, Universitätsmedizin Mainz

Für Lieb macht es keinen Sinn, generell ein Medikament als das beste oder das schlechteste zu benennen: „Die Auswahl eines Medikaments sollte individuell nach dessen Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit erfolgen.“ Von der Einschätzung, wie sie im Kommentar zu der Studie gegeben wird, würde er daher abraten. Ein Beispiel sei das in dem Kommentar genannte Agomelatin: „Es ist im Vergleich zu anderen Antidepressiva nur schwach wirksam, erreicht aber aufgrund seiner in der Kurzzeitbehandlung sehr guten Verträglichkeit einen Spitzenplatz. Das ist eine ziemliche Verzerrung – ich würde nie empfehlen, mit Agomelatin eine Behandlung einer schweren Depression zu starten.“

Mögliche Fehlerquellen

Um sicherzustellen, dass die in der Metaanalyse enthaltenen Studien vergleichbar waren, schlossen die Autoren Patienten mit bipolarer Depression, Symptomen von Psychosen oder behandlungsresistenten Depressionen aus. Die Autoren weisen auch darauf hin, dass Antidepressiva zwar wirksame Medikamente seien, aber dennoch etwa ein Drittel der Patienten mit Depressionen nicht reagieren würde. Die Wirksamkeits­differenzen, die von klein bis moderat reichten, hätten noch Verbesserungspotenzial.

Zu den 522 Studien, die die Metaanalyse berücksichtigt, muss angemerkt werden, dass 409 (78 %) von Pharmaunternehmen finanziert wurden. Die Autoren stufen 46 (9 %) Studien mit einem hohen Verzerrungspotenzial ein, 380 (78%) als mäßig und 96 (18 %) als niedrig. Sie weisen zudem darauf hin, dass sie keinen Zugriff auf Daten auf Einzel­ebene hatten und daher nur Gruppenunterschiede analysieren konnten. Zum Beispiel konnten sie nicht die Wirksamkeit oder Akzeptanz von Antidepressiva in Anhängigkeit des Alters, Geschlechts, der Schwere der Symptome oder Krankheitsdauer auswerten.

Die Ergebnisse dieser Studie stehen im Gegensatz zu einer ähnlichen Analyse bei Kindern und Jugendlichen, die Fluoxetin als das einzige Antidepressivum identifizierte, das depressive Symptome lindern konnte (Lancet 2016). Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie in JAMA Psychiatry 2017: Antidepressiva würden bei Kindern und Jugendlichen zwar signifikant, aber nur geringfügig besser wirken. Der Unterschied könne laut der Autoren darin liegen, dass Depressionen bei jungen Menschen auf unterschiedliche Mechanismen oder Ursachen zurückzuführen sind.

Depressionen: Vor allem ältere Studierende sind gefährdet

Bei Studierenden steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für eine Depression deutlich an. Ab einem Alter von 27 Jahren übersteigt die Inzidenz der Ersterkrankungen die der Nichtstudierenden. Das ergab die Auswertung der Routinedaten aus zwölf Jahren und 822 Millionen Abrechnungsfällen der Barmer GEK, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung abdecken. Den Arztreport, der federführend vom aQua-Institut in Göttingen betreut wurde, stellte die Krankenkasse heute in Berlin vor.

Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken bei jungen Menschen nehmen zu. Allein zwischen den Jahren 2005 bis 2016 ist der Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit psychischen Diagnosen um 38 Prozent gestiegen.

Das vorherrschende Bild der Studieren­den, die bisher als weitgehend gesunde Gruppe galten, musste die Barmer GEK revidieren. Bei den Studierenden sei inzwischen mehr als jeder sechste (17 Prozent) von einer psychischen Dia­gnose betroffen, berichtete Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Das entspricht rund 470.000 Menschen. „Die absoluten Zahlen sind beunruhigend“, sagte Straub. Vieles spreche dafür, dass es künftig noch deutlich mehr psychisch kranke junge Menschen geben werde, ergänzt Straub und beruft sich auf Schätzungen der Weltgesundheits­orga­nisation.

Im 18. Lebensjahr erkrankten laut dem Arztreport 1,4 Prozent der Studierenden erstmals an einer Depression. Bei den Nichtstudierenden waren es 3,2 Prozent. Gut zehn Jahre später lag der Anteil bei den Studierenden bei 3,9 Prozent und bei den Nichtstudierenden bei 2,7 Prozent. Über den gesamten Beobachtungszeitraum (2005 bis 2016) ergab sich ein relativer Anstieg der Verordnung von Antidepressiva von 60 Prozent. Im Jahr 2016 erhielten von den gut sieben Millionen jungen Erwachsenen in Deutschland demnach 241.000 mindestens eine Antidepressiva-Verordnung.

Über die Ursachen können Straub und der Geschäftsführer des aQua-Instituts Joachim Szecsenyi nur Vermutungen äußern. „Gerade bei den angehenden Akademikern steigen Zeit- und Leistungsdruck kontinuierlich, hinzu kommen finanzielle Sorgen und Zukunfts­ängste“, sagte Straub. Ob der Bologna-Prozess oder die Digitalisierung Einfluss hatten, bleibt ungewiss. Auch, ob einige Studienfächer oder Universitätsstädte mit einem besonders hohen Risiko für Depressionen einhergehen, kann der Arztreport nicht klären.

Niedrigschwellige Angebote zur Prävention

Nach Ansicht der Barmer liegt der richtige Ansatz in der Prävention. Es seien mehr niedrigschwellige Angebote erforderlich, die psychische Erkrankungen vermeiden und junge Erwachsene frühzeitig erreichen. „Ein großes Potenzial sehen wir daher in Onlineangeboten, vor allem, wenn sie anonym sind und den Nutzungsgewohnheiten der Generation Smartphone entgegenkommen“, so Straub.

Hilfestellung bietet schon jetzt beispielsweise das von der Barmer geförderte Projekt StudieCare, in dessen Rahmen auch Einflussfaktoren für die Erstmanifestation von psychischen Erkrankungen im Studierendenalter evaluiert werden. Seit 2015 steht zudem Pro Mind zur Verfügung, ein Onlinetraining für Menschen mit leichten psychischen Beschwerden, das inzwischen 2.100 Barmer-Versicherte nutzen.

Alkoholiker erkranken häufiger und früher an Demenz

Menschen mit einer Alkoholkrankheit entwickeln mehr als 3-mal häufiger als andere eine Demenz, die häufig bereits im jüngeren Alter auftritt und einer Kohorten­studie in Lancet Public Health (2018; doi: 10.1016/S2468-2667(18)30022-7) zufolge in Frankreich der wichtigste modifizierbare, sprich vermeidbare Risikofaktor für kognitive Störungen im Alter ist.

Mehr als 100 Studien und wenigstens 23 Übersichten haben sich bereits mit den Auswirkungen des Alkoholkonsums auf das Gehirn beschäftigt. Während die Ansichten zu einem leichten Alkoholkonsum variieren – einige Studien sehen sogar günstige Effekte auf die Hirnfunktion im Alter – ist die Einschätzung zu den Folgen eines hohen Alkoholkonsums (die Grenze wird bei Männern bei 60 Gramm reinem Alkohol und 40 Gramm reinem Alkohol bei Frauen gesehen) eindeutig: Das beim Alkoholabbau entstehende Acetaldehyd (das auch für den Kater verantwortlich ist) ist neurotoxisch.

Häufiger Alkoholkonsum kann über einen Vitamin-B-Mangel ein Wernicke-Korsakow-Syndrom auslösen. Alkoholkonsum ist ein Risikofaktor für Epilepsien, Kopfverletzungen und eine hepatische Enzephalopathie. Alkoholkonsum ist zudem mit vaskulären Risiko­faktoren wie Hypertonie oder Vorhofflimmern assoziiert. Last but not least, sind viele Trinker auch starke Raucher, was über eine Zerebralsklerose das Demenzrisiko erhöht.

Frankreich gehört mit 12,2 Litern pro Jahr zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Alkohol (Deutschland: 10,6 Liter). Zwar bevorzugen viele Franzosen Wein, der regelmäßig zu den Mahlzeiten und nicht primär zur Erzeugung eines Rausches getrunken wird, eine Alkoholkrankheit ist jedoch keines­wegs selten. Dies zeigt eine Analyse der Entlassungsdokumente staatlicher Kliniken, die Michaël Schwarzinger vom Translational Health Economics Network in Paris jetzt vorstellt.

Bei 945.512 von 30,5 Millionen Patienten oder 3,1 % hatten die Ärzte eine Alkohol­krankheit in den Krankenakten ihrer Patienten vermerkt. Bei 1,3 Millionen Patienten (4,2 %) stellten die Ärzte die Diagnose einer Demenz. Bei 35.034 dieser Demenz­patienten lag eine alkoholbedingte Hirnschädigung und bei weiteren 52.625 Patienten eine Alkoholkrankheit vor.

Schwarzinger ermittelt eine adjustierte Hazard Ratio von 3,34 (95-%-Konfidenzintervall3,28–3,41) für Frauen und von 3,36 (3,31–3,41) für Männer. Die Diagnose Alkohol­krankheit war damit der stärkste modifizierbare Risikofaktor für Demenzen.

Patienten mit Alkoholkrankheit entwickeln häufig frühzeitig eine Demenz: Von den 57.353 Patienten, die vor dem 65. Lebensjahr an einer Demenz erkrankten, hatten nicht weniger als 22.338 (38,9 %) eine alkoholbedingte Hirnschädigung und 10.115 (17,6 %) eine Alkoholkrankheit.

Auch wenn retrospektive Kohortenstudien mit zahlreichen Unwägbarkeiten behaftet sind, sind die Ergebnisse eindeutig. Ein ungebremster Alkoholkonsum ist eine wichtige Ursache von Demenzerkrankungen, und er ist vermutlich für einen beträchtlichen Anteil von frühzeitigen Demenzen verantwortlich. Dies sehen auch die Editorialisten Clive Ballard und Iain Lang von der Universität Exeter so. Die Studie sei immens wichtig und sie zeige die Bedeutung eines starken Alkoholkonsums für Demenzer­krankungen, von denen viele durch einen maßvollen Alkoholkonsum vermeidbar wären.

Die Entlassungsdiagnosen lassen keine Rückschlüsse auf das Ausmaß des Alkohol­konsums zu. Es bleibt deshalb offen, ab welcher Grenze das Demenzrisiko ansteigt.

Ein bedenklicher Alkoholkonsum war bei französischen Männern deutlich häufiger als bei den Frauen. Während normalerweise Frauen häufiger an einer Demenz (65 zu 35 %) erkranken, war das Geschlechterverhältnis bei den früh eintretenden Demenzen umgekehrt: 65 % der Patienten waren Männer, 35 % Frauen. Der wichtigste Grund hierfür war nach den Ergebnissen der Studie der Alkoholkonsum.

Wie Ketamin die Depressionen zügelt

Das Anästhetikum Ketamin, das nach einmaliger Injektion Major-Depressionen über längere Zeit lindert, erzielt seine Wirkung einer Studie in Nature(2018; doi: 10.1038/nature25509) zufolge in den lateralen Habenulae, zwei bisher von Neurophysiologen wenig beachteten Kernzentren in der Nähe der Zirbeldrüse. Eine weitere Studie in Nature (2018; doi: 10.1038/nature25752) zeigt, dass die Astrozyten dort ebenfalls die Entwicklung einer Depression beeinflussen.

Die Entdeckung, dass Ketamin nach einmaliger Gabe schwere Depressionen in weniger als einer Stunde durchbrechen kann, gehört zu den wichtigsten Entdeckungen im Bereich der Psychiatrie der letzten Jahrzehnte. Erstaunlich ist, dass die Wirkung häufig über Wochen anhält, obwohl Ketamin bei einer Halbwertzeit von etwa drei Stunden schon bald aus dem Körper eliminiert wird.

Diese „Hit and go“-Wirkung wird heute mit der Hemmung der NMDA-Rezeptoren in Verbindung gebracht. Es handelt sich um Membrankanäle, die unter anderem in den lateralen Habenulae vorkommen. Die physiologische Funktion der Habenulae, übersetzt die „Zügel“ der Zirbeldrüse (Epiphyse), war lange unklar. Inzwischen werden sie mit der Pathogenese der Depression in Verbindung gebracht und zwar in dem Sinn, dass plötzliche Entladungen („bursts“) von Nervenzellen die Belohnungszentren des Gehirns hemmen, was eine depressive Gemütslage erklären könnte.

Ein Team um Hailan Hu von der Zhejiang Universität in Hangzhou (bei Shanghai) kann jetzt an Ratten zeigen, dass die „bursts“ auf eine Aktivierung von NMDA-Rezeptoren in den lateralen Habenulae zurückzuführen sind. Die Injektion von Ketamin war in der Lage, die „bursts“ zu verhindern, was bei den Tieren zur einer Abschwächung der Depressionen führte.

Der Ausfall der „bursts“ könnte erklären, warum Ketamin eine rasche Wirkung erzielt (während bei den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern und anderen Antidepressiva Wochen vergehen können, bevor eine Wirkung erkennbar ist). Warum die Wirkung nach einer einmaligen Infusion von Ketamin über Wochen anhalten kann, bleibt jedoch weiterhin unklar.

Die Experimente der chinesischen Forscher zeigen, dass neben NMDA-Rezeptoren auch der spannungsabhängige T-Typ-Kalziumkanal (T-VSCC) für die Auslösung der „bursts“ benötigt wird. Der T-VSCC-Antagonist Ethosuximid hat bei den Ratten eine antidepressive Wirkung erzielt. Ob das Mittel, das zur Behandlung von Absencen und kleiner epileptischer Anfälle zugelassen ist, auch bei Patienten mit Depressionen eingesetzt werden kann, ist nicht bekannt. Bei den Ratten war auch der T-VSCC-Antagonist Mibefradil wirksam, der als Antihypertonikum 1998 wegen potenziell gefährlicher Arzneimittel-Wechselwirkungen vom Markt genommen wurde.

Auch die Astrozyten, die in den lateralen Habenulae zum Stütz- und Nährgewebe gehören, beeinflussen die „bursts“. Eine Analyse der Genexpression ergab, dass diese Zellen bei Patienten mit Depressionen vermehrt den Kaliumkanal Kir4.1 bilden. Diese Kanäle nehmen die Kaliumionen auf, die während der „bursts“ von den Nervenzellen freigesetzt werden. Ein pharmakologischer Ansatz ist hier nicht zu erkennen, da er die Aufnahme von Kalium in die Astrozyten verstärken müsste, was schwieriger zu realisieren ist als die Blockade eines Rezeptors oder Ionenkanals.

Versorgung von Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Erkrankungen gefährdet

Die Zahl der einsatzbedingten psychischen Erkrankungen bei Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Gleiches gilt auch für die Zahl der Suizide und Suizidversuche. Das geht aus dem 59. Jahres­bericht des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Neben Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) gewinnen nach Angaben von Bartels andere einsatzbedingte psychische Störungen wie Depressionen, Anpassungs­störungen und Suchterkrankungen an Bedeutung. Das Psychotraumazentrum der Bundeswehr führe dies auf die Zunahme moralisch belastender Situationen im Einsatz (Armut, Bürgerkriege, Gräueltaten) zurück. Aber auch familiäre Konflikte bedingt durch Trennungen während der Auslandeinsätze spielten eine Rolle.

Psychische Erkrankungen mittlerweile chronifiziert

Untersucht, behandelt oder begutachtet wurden in einer psychiatrischen Abteilung oder psychiatrischen Fachuntersuchungsstelle der Bundeswehr im vergangenen Jahr 784 Soldaten. 2016 waren es 751 Fälle. Bei vielen Soldaten hätten sich die psychischen Erkrankungen mittlerweile chronifiziert, was die Behandlungszeiten deutlich erhöhe. „Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Bundeswehr den bestehenden Behandlungsbedarf noch adäquat befriedigen kann“, schreibt Bartels in seinem Jahresbericht.

Der Wehrbeauftragte berichtet von 14 Suiziden von Soldatinnen und Soldaten (zwölf im Jahr 2016) sowie von 55 Suizidversuchen (46 im Jahr 2016). Wesentlich seien auch hier mögliche Einflussfaktoren wie Auslandseinsätze, häufige Abwesenheiten vom Wohnort sowie soziale und gesundheitliche Aspekte. Bartels fordert für die Bundeswehr „wie für die Gesellschaft insgesamt noch mehr Aufklärung, Hilfen und Forschung zu diesem Thema“.

Mehr tagesklinische Betten vorgesehen

Der Wehrbeauftragte verweist auf Zahlen aus dem Bundesverteidigungsministerium wonach in Bundeswehrkrankenhäusern „in der neuen Zielstruktur“ deutlich mehr tagesklinische Betten im Fachgebiet Psychiatrie geplant seien. 80 statt bisher 23 Betten. Entsprechend mehr Fachärzte und Assistenzpersonal seien vorgesehen. „Die Umsetzung ist abhängig von laufenden und geplanten Infrastrukturmaßnahmen sowie der Personalentwicklung im Fachgebiet“, schreibt Bartels. Bisher seien nur in den Bundeswehrkrankenhäusern Berlin und Koblenz je ein Arzt und ein Pfleger zusätzlich eingestellt worden.

Darüber hinaus habe das Verteidigungsministerium für die fachärztlichen Untersuchungsstellen Psychiatrie in den Facharztzentren der Bundeswehr und in den Bundeswehrkrankenhäusern eine personelle Verstärkung mit Psychologischen Psychotherapeuten und Assistenzkräften angekündigt. Ein Großteil der ambulanten Behandlung psychisch kranker Soldaten werde aber auch zukünftig durch „zivile“ ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten erfolgen müssen, stellte der Wehrbeauftragte fest.

Familien psychisch kranker Soldaten miteinbeziehen

Der Wehrbeauftragte fordert, gemeinsam mit dem Deutschen Bundeswehrverband und der Soldaten- und Veteranenstiftung, Verbesserungen der Betreuung und Versorgung psychisch einsatzgeschädigter Soldaten und ihrer Familien. Dazu müssten die Familien „in den gesamten Heilungs- und Rehabilitationsprozess in einem institutionalisierten und finanzierten Rahmen“ einbezogen werden. Zudem sollte die truppenärztliche Versorgung durch innovative therapeutische Behandlungsmethoden erweitert werden. Schließlich sollte die „Wehrpsychiatrie“ durch ein eigenes klinisches Forschungsbudget gestärkt werden.