Fernpendler häufiger psychisch krank

Mit der Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort steigt bei Pendlern die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Erkrankung. Das ist das Ergebnis einer Fehl­zeitenanalyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Demanch liegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen bei Arbeitnehmern, die mindestens 500 Kilometer zum Arbeitsplatz pendeln, um 15 Prozent höher als bei denjenigen, die maximal zehn Kilometer Wegstrecke zurücklegen müssen.

Laut WIdO-Analyse hatten sich 2017 elf Prozent der AOK-Versicherten, die maximal zehn Kilometer Wegstrecke zum Arbeitsplatz zurücklegen, aufgrund psychischer Erkrankungen krankgemeldet. Bei einer Wegstrecke von mindestens 50 Kilometern waren es bereits 12 und bei mehr als 500 Kilometern zur Arbeit waren es 12,6 Fälle.

„Wird die Distanz zum Arbeitsort durch einen Wohnortwechsel verkürzt, kann die relative Wahrscheinlichkeit von Fehltagen aufgrund einer psychischen Erkrankung um bis zu 84 Prozent reduziert werden“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender WIdO-Geschäftsführer. Dies konnte mit Hilfe einer Analyse der Arbeitsunfähigkeiten der AOK-Versicherten in den vergangenen fünf Jahren ermittelt werden.

Insgesamt ist die durchschnittliche Fehlzeit aufgrund psychischer Erkrankungen laut WIdO von 2,9 auf 3,4 Fehltage pro AOK-Mitglied gestiegen. Besonders häufig komme die Diagnose „Reaktionen auf schwere Belastung und Anpassungsstörungen“ vor. Darunter fielen Diagnosen wie depressive Verstimmungen, Ängste, Sorgen und das Gefühl, mit dem Alltag nicht zurechtzukommen. Der Analyse hat das WIdO nach eigenen Angaben die Daten von 13,2 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern zugrunde gelegt.