Online-Therapie gelingt Schritt in den GKV-Markt

E-Health-Startups kann es durchaus gelingen, im GKV-Markt Fuß zu fassen. Bei der Vorstellung mehrerer Angebote von Startups beim BMC-Kongress wurde deutlich, dass der Weg über die Erstattung als Kassen-Satzungsleistung am leichtesten gangbar ist. Dafür ein Beispiel ist die psychologisch begleitete Online-Therapie des Berliner Unternehmens Selfapy.

Das Startup ist mit dem Ziel aufgebaut worden, Versorgungslücken zu schließen, indem Wartezeiten auf einen Therapieplatz durch die Online-Therapie überbrückt werden, berichtete Farina Schurzfeld, Gründerin von Selfapy beim BMC-Kongress.

„Wir wollen die Psychotherapie nicht ersetzen, wir wollen, dass die Wartezeit für die Patienten nicht verloren ist, dass die immer noch vorhandene Hemmschwelle, einen Psychotherapeuten zu konsultieren, abgebaut wird, und wir wollen eine bessere Nachsorge über unser Angebot ermöglichen“, so Schurzfeld. Das Besondere an diesen Angebot: Zusätzlich zum Online-Angebot sprechen Patienten bei Selfapy einmal wöchentlich auch mit einem Psychologen.

30 Psychologen seien mittlerweile im Team von Selfapy. Das Resultat seien hohe Durchhaltequoten bei der Online-Therapie von über 90 Prozent sowie eine Symptomreduktion um 35 Prozent, was vergleichbar mit klassischer Psychotherapie sei.

Das Angebot sei bei den Krankenkassen zunächst auf wenig Resonanz gestoßen. Doch sei klar gewesen: „Ohne Unterstützung der Kassen erreichen wir die Patienten nicht“, erläuterte Schurzfeld. Mit Hilfe von Gesundheitsminister Jens Spahn habe man am Ende auch das zunächst blockierende Bundesversicherungsamt überzeugt.

Mittlerweile könnten sich 14 Millionen gesetzlich Versicherte die Kosten für die Leistung erstatten lassen. Auch Hausärzte wolle das Unternehmen ansprechen, um mehr Patienten zu erreichen. Immerhin würden 80 Prozent der psychischen Diagnosen in Hausarztpraxen gestellt, sagte die Startup-Gründerin.