Genetischer Zusammenhang zwischen Panikstörungen und Depressionen entdeckt

Panikstörung und Depressionen sowie Neurotizismus haben genetische Gemeinsamkeiten. Das berichten Wissenschaftler des Marburger Instituts für Humangenetik in Molecular Psychiatry (2019; doi: 10.1038/s41380-019-0590-2).

Die Forscher um Andreas Forstner analysierten im In- und Ausland das Erbgut von Patienten mit Panikstörungen und verglichen die Daten mit denen gesunder Personen. Die Studie schließt 2.248 Patienten ein, deren Panikstörung laut den Autoren klinisch gut charakterisiert ist. Außerdem umfasst die Analyse 7.992 gesunde Kontrollpersonen. Die Proben stammen aus 4 europäischen Ländern: Dänemark, Estland, Deutschland und Schweden.

Das Team analysierte Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs) – Genvarianten, die sich in einem einzelnen Basenpaar von anderen Versionen desselben Gens unterscheiden. Die Forschungsgruppe überprüfte, ob SNPs an bestimmten Genorten bei Patienten mit Panikstörung häufiger vorkamen als bei gesunden Personen.

Dabei fanden sie einen genetischen Zusammenhang zwischen einer Panikstörung und anderen Erkrankungen, wie depressiven Störungen sowie einem Neurotizismus. Darunter versteht man einen Aspekt der Persönlichkeit, der sich unter anderem durch erhöhte Reizbarkeit auszeichnet.

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„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Angststörungen und Depression die extremen Ausprägungen von seelischen Veranlagungen sein könnten, die auch jeder ganz normalen, gesunden Persönlichkeit zugrunde liegen“, berichten die Autoren.