REM-Schlaf-Verhaltens­störung neurologisch abklären lassen

Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung (REM sleep behaviour disorder, RBD) sollte neurologisch abgeklärt werden, zum einen, weil sie behandelbar ist und zum anderen, weil sie häufig einer Parkinson-Erkrankung vorangeht. Darauf hat heute die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen.

„Die RBD ist für Betroffene oft ein Tabuthema. Sie schämen sich und haben Sorge, als aggressiv oder unbeherrscht eingestuft zu werden. Ihnen – und oft auch dem Partner – ist nicht klar, dass eine Krankheit ursächlich für die nächtliche Aktivität ist“, sagte der DGN-Experte Wolfgang Oertel von der Universität Marburg.

Es sei wichtig, diese Tabus abzubauen und allgemein bekannt zu machen, dass es sich bei der RBD um ein Vorzeichen einer Erkrankung handele. „Betroffene sollten sich ihrem Haus­arzt anvertrauen, der sie bei Bedarf an einen Neurologen überweist, denn die RBD ist behandelbar“, betonte Oertel.

Zum Einsatz kommen beispielsweise Clonazepam, eine Substanz, die vor allem bei Epi­lep­sie eingesetzt wird und Melatonin, ein Hormon, das den Wach-Schlaf-Rhythmus steu­ert. Aber selbst, wenn die medikamentöse Therapie nicht anschlage, sei die Diagnose für viele Betroffene hilfreich. „Ihnen fällt ein Stein vom Herzen, wenn sie erfahren, dass ihr Leiden eine echte Erkrankung ist, sie nicht unnormal sind“, so Oertel.

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Außerdem sei mittlerweile bekannt, dass 80 Prozent aller Betroffenen mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung in den nächsten 15 Jahren an einer alpha-Synukleinopathie er­kranken werden. In dieser Erkrankungsgruppe stellt die Parkinson-Krankheit die häufigste Krankheit dar.

„Was für die Betroffenen zunächst wie eine Hiobsbotschaft klingt, denn eine Parkinson-Erkrankung ist auch heute noch nicht heilbar, hat zumindest einen positiven Aspekt: Durch die RBD erhalten Betroffene die Möglichkeit, sich mit der drohenden Parkinson-Erkrankung auseinanderzusetzen und frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen“, so der Experte.

Darüber hinaus könnten die von der RBD Betroffenen hoffen, dass laufende Forschungs­anstrengungen neue Therapie-Verfahren finden und entwickeln würden, die das Fort­schreiten einer Parkinson-Krankheit verlangsamen.