Psychothera­peutische Sprechstunde und Probatorik jetzt auch per Video möglich

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronakrise zu erleich­tern, haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videobehandlung und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien.

Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzun­gen − auch bei der neuropsychologischen Therapie − werden danach zunächst bis zum 30. Juni auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht. Bislang war dies nur bei be­stimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat.

Grundsätzlich erfordere die Psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesen­heit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklä­rung sei der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig, heißt es aus der KBV. Gegebenenfalls müsse die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie könne es im Einzelfall indes sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermie­den werden können. Hierfür sei die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprech­end für einen begrenzten Zeitraum angepasst worden. Dies erlaubt es nach Angaben von KBV und GKV-Spitzenverband diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psycho­therapie auch per Video vorzunehmen.

Zur Umsetzung der Sonderregelungen wurde der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) so angepasst, dass die entsprech­en­den Gebührenordnungspositionen bis zum 30. Juni auch abgerechnet werden dürfen, wenn die Leistungen in einer Videosprechstunde durchgeführt wurden.

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Darüber hinaus können nach Angaben der KBV genehmigte Leistungen einer Gruppen­psychotherapie übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Dadurch könnten Infektionsrisiken vermieden werden.

Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) könne bei Bedarf maximal je Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (ent­spricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden. Auch diese Regelung gelte bis zum 30. Juni. Die Umwandlung erfolge über die „Therapieeinheit“ und müsse lediglich formlos der Krankenkasse mitgeteilt werden.

Die Durchführung von Gruppentherapien ist nach Angaben der KBV aber weiterhin zu­lässig. Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, sollten Therapeuten unter Beach­tung des Infektionsschutzes prüfen und selbstverantwortlich entscheiden.

Zur Versorgung der Bevölkerung müssten die Praxen, soweit es die äußeren Umstände erlauben, aber auch weiterhin physisch für Patienten erreichbar bleiben. Darauf weisen KBV und GKV-Spitzenverband auch hin. Insbesondere in Akutfällen sei eine therapeu­tische Konstante am Ort der Praxis wichtig. 

Neue Patientenleitlinie zu funktionellen Beschwerden

Eine neue sogenannte Patientenleitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden verstehen und bewältigen“ soll Patienten, Angehörigen und Behandlern helfen, funktionelle Körperbeschwerden besser zu verstehen, über sie ins Gespräch zu kommen und einen guten Umgang damit zu finden.

Sie basiert auf einer 2018 neu überarbeiteten Expertenleitlinie mit diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen für Ärzte und Therapeuten. Experten der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie (DGPM), des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM), der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen und der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe haben die neue Patientenleitlinie jetzt vorgestellt.

Laut den Autoren ist das Spektrum funktioneller Beschwerden groß – und sie sind häufig: Rund jeder dritte Arztbesuch gehe auf sie zurück. „Patienten und auch Ärzte wissen jedoch oft zu wenig über Mechanismen, Auslöser, Verstärker oder geeignete Behandlungsmöglichkeiten“, schreiben sie.

Auch wenn manche Betroffene körperliche oder psychische Begleiterkrankungen hätten, ließen sich in aller Regel keine einzelnen oder eindeutigen Ursachen für die Beschwer­den feststellen. Meist seien es mehrere psychische, soziale und körperliche Auslöser, die zusammenwirkten, bis der Körper ein Stoppsignal sende: „Stress am Arbeitsplatz oder in der Familie, Verlusterfahrungen, Unfälle, Infektionen und vieles mehr“, so die Autoren.

Funktionelle Beschwerden sind also, wie die Leitlinie betont, weder eindeutig körperlicher noch eindeutig psychischer Natur. Sie verdeutlichten vielmehr, wie eng Körper und Seele zusammenhingen.

„Auch bei der Behandlung sollte daher der ganze Mensch mit seinen körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen gesehen und auf all diesen Ebenen gestärkt werden“, so die Leitlinienautoren. Sie empfehlen, dass Betroffene aktiv werden sollten: Information, Aktivität und Selbsthilfe lauten die Schlagworte, mit denen die Leitlinie Patienten dazu ermutigt, dem eigenen Körper wieder zu vertrauen, ihn besser zu verstehen und für ihn zu sorgen.

„Dazu gehört, Warnsignale ernst zu nehmen und Überlastungen zu vermeiden – aber auch, Schonhaltungen aufzubrechen, sich abzulenken, Probleme anzugehen und sich sinnvolle Ziele zu setzen“, so die Autoren.

Die Leitlinie existiert in zwei Versionen in patientenfreundlicher Sprache: Eine Lang­fassung erklärt die Mechanismen, die funktionelle Beschwerden auslösen, und zeigt auf, wie sie bewältigt werden können. Eine Kurzfassung fasst wesentliche Informationen zusammen und kann auch als Faltblatt ausgedruckt werden.

COVID-19: Bundespsycho­therapeutenkammer fordert Behandlung per Telefon und weitere Ausnahmeregelungen

Psychisch kranke Menschen brauchen auch während der COVID-19-Pandemie weiter eine psychotherapeutische Versorgung. Solange weder Patientinnen und Patienten noch Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten Symptome für Atem­wegs­erkrankungen haben, sei dies auch weiterhin möglich, erklärt Dietrich Munz, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK).

Dann sei es jedoch notwendig, einen ausreichenden Abstand von ein bis zwei Metern eingehalten, auf das Hände-Schütteln zu verzichten, die Husten- und Nies-Etikette zu beachten sowie Türklinken regelmäßig zu desinfizieren.

Begrenzungen der Videobehandlung aufgehoben

Wenn der Patient Kontakt zu einem COVID-19-Erkrankten hatte, bestehe die Möglichkeit, die Behandlung online per Videosprechstunde fortzuführen, betonte Munz. Diese Möglichkeit war bis vor Kurzem noch auf 20 Prozent je Gebührenordnungsposition begrenzt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der gesetz­lichen Krankenkassen haben jedoch noch Mitte März beschlossen, diese Begrenzungen der Videobehandlung aufzuheben. Die neue Regelung gilt vorläufig ab dem 1. April für das II. Quartal 2020.

„Wir begrüßen diese Entscheidung sehr, weil sie es überhaupt erst ermöglicht, die psychotherapeutische Versorgung auch für Patienten, die sich in Quarantäne befinden, sicherzustellen“, sagte der BPtK-Präsident.

Wenn für Patienten aber kein Videotelefonat möglich ist, sollte auch die Behandlung per Telefon möglich sein. „Beides ist wichtig, weil sich bei einem Teil der Patienten ohne Behandlung die psychischen Erkrankungen verschlimmern oder chronifizieren können“, erklärte Munz.

„Gerade ältere Menschen bevorzugen die traditionelle Methode der Kommunikation, die aber mit niedrigerer Vergütung und in geringerem Umfang als die Videosprechstunde vorgesehen ist, sagte auch Martin Klett, Vizepräsident der Landespsychotherapeuten­kammer Baden-Württemberg. Insbesondere gefährdete ältere Leute kämen nicht mehr in die Praxen, um Ansteckung zu vermeiden. Die Kammer fordert eine vorübergehende Gleichstellung der Telefon- mit der Videosprechstunde, betonte Klett.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz ermöglicht indes bereits Ärzten und Psychotherapeuten, Patienten in der Telefonsprechstunde zu versorgen.

In der zeitlich befristeten Regelung bis zum 19. April kann das problemorientierte ärztliche Gespräch, das kinder- und jugendpsychiatrische Gespräch, das neurologische, psychiatrische und psychotherapeutische Gespräch sowie die Einzelpsychotherapie abgerechnet werden. „Das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ist nicht notwendig. Es kommt das Ersatzverfahren zur Anwendung“, heißt es aus der KV.

Auch Akutbehandlungen, Sprechstunde und Probatorik über Videotelefonat ermöglichen
Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer kritisiert darüber hinaus, dass Akutbehandlungen für Menschen in akuten Krisen weiterhin von der Videobehandlung ausgenommen sind.

„Das ist ein Unding vor allem für COVID-19-Patienten. Gerade sie brauchen unbedingt Beratung und Behandlung. Dies muss über Video oder Telefonat noch ermöglicht werden“, fordert BPtK-Präsident Munz. Denkbar wäre noch eine Behandlung im Schutz­anzug. Doch dafür fehle es zum einen in den Praxen an Atemschutzmasken und Schutzkleidung. „Zum anderen stellt sich die Frage, ob ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten in Alienverkleidung den Patienten tatsächlich hilft“, so Munz.

Die BPtK hält es darüber hinaus auch für notwendig, befristet psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Gespräche per Video in begründbaren Einzelfällen zu ermöglichen. Grundsätzlich muss die Diagnostik einer psychischen Erkrankung von Angesicht zu Angesicht stattfinden, damit ein vollständiger, auch nicht-visueller Eindruck von der Patienten möglich ist.

„Die Corona-Epidemie schafft hier jedoch Notlagen bei den Patienten, die wir lösen müssen. Deshalb ist es in dieser noch nie dagewesenen Ausnahmesituation notwendig, auf die Videobehandlung zurückzugreifen, wenn sonst keine psychotherapeutische Versorgung möglich ist“, erklärt der BPtK-Präsident.

Für die Behandlung per Videotelefonat hat die Bundes­psycho­therapeuten­kammer bereits im November 2019 einen „BPtK-Ratgeber“ herausgegeben. Darin werden Fragen zur Praxisorganisation beantwortet, beispielsweise welche technische Ausstattung notwendig ist und in welchen Räumen eine Videobehandlung möglich ist. Auch über zertifizierte Videodienstanbieter wird informiert. 

Stiftung Deutsche Depressionshilfe stellt Online-Intervention ohne Einschränkungen zur Verfügung

Die mit dem Corona-Virus verbundenen Ängste und Einschränkungen wie Isolation stellen für an Depression erkrankte Menschen große Herausforderungen dar. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe will Betroffene daher mit digitalen Angeboten unterstützen. Wichtig sei, sich abzulenken, aktiv zu bleiben und das Gespräch mit Freunden und Familie zu suchen, erklärte die unabhängige gemeinnützige Stiftung gestern in Leipzig.

„Sehr wichtig ist darüber hinaus, die Bettzeit nicht zu verlängern, da bei vielen Betroffenen eine längere Liegedauer und auch längerer Schlaf nicht zu einem Abbau, sondern einer Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Depressionsschwere führen“, erklärt der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt. Der Psychiater ist auch Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundes­ärzte­kammer. Hilfreich sei es für Betroffene, sich einen detaillierten Tages- und Wochenplan zu machen.

Überdies stellt die Depressionhilfe ihr Online-Programm iFightDepression zur Struktu­rierung des Alltags nun aufgrund der Corona-Krise Betroffenen für sechs Wochen ohne Einschränkungen zur Verfügung. Normalerweise setze das Programm eine Begleitung durch einen Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten voraus. Da viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssten und Hausärzte und Psychotherapeuten an ihre Belastungsgrenzen stießen, sei das Programm nun auch ohne Begleitung zugänglich.

Das Selbstmanagement-Programm unterstützt Menschen mit leichteren Depressions­formen ab 15 Jahren beim eigenständigen Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für den Alltag. Durch Übungen lernen sie zum Beispiel, den Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. Das Programm ist derzeit in zwölf Sprachen verfügbar.

Betroffene können sich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de für das Programm anmelden und werden innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet. 

Barmer-Arztreport 2020: Langes Warten auf die Psychotherapie

Immer mehr Menschen in Deutschland benötigen eine Psychotherapie. Allein im Jahr 2018 suchten 3,22 Millionen Personen einen Therapeuten auf und damit 41 Prozent mehr als in 2009. Um den Betroffenen schneller zu helfen, wurde im Jahr 2017 die Psychotherapie-Richtlinie reformiert. Auch wenn die Wartezeit bis zu einer Psychotherapie kürzer geworden ist, muss jeder dritte Patient mindestens einen Monat und fast jeder zehnte sogar mehr als drei Monate auf einen Therapieplatz warten.

Zudem kritisiert jeder Dritte die Ergebnisse der Therapie. Das geht aus dem Barmer-Arztreport hervor, den die Krankenkasse Anfang März in Berlin vorgestellt hat. „Die Reform der Psychotherapie-Richtlinie hat zwar den Zugang zu psychotherapeutischer Ersthilfe erleichtert, reicht aber nicht aus. Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz sind nach wie vor zu lang, zumal sich psychische Probleme chronifizieren können. Die Therapeuten sollten verstärkt Gruppentherapien anbieten, wenn es medizinisch sinnvoll ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Prof. Dr. Christoph Straub. Den Ergebnissen des Arztreports zufolge bekämen 94,4 Prozent der Patienten Einzeltherapien. Gruppentherapien seien zwar kein Allheilmittel, sie hätten aber den Vorteil, dass die Betroffenen gemeinsam an der Lösung ihrer Probleme arbeiten könnten. Hier seien nun auch die Verbände in der Pflicht, bei den Therapeuten verstärkt dafür zu werben.

Seit der Reform der Psychotherapie-Richtlinie müssen die Praxen eine Psychotherapeutische Sprechstunde anbieten, die die Patienten etwa über Terminservicestellen vermittelt bekommen. In der Sprechstunde werde entschieden, ob eine Therapie notwendig sei und wenn ja, wie dringend. Diese Sprechstunde wurde laut Arztreport allein im ersten Jahr nach der Reform neun Millionen Mal abgerechnet. „Die Psychotherapeutische Sprechstunde hat sich bewährt. Sie wird millionenfach frequentiert und findet bei den Betroffenen positiven Anklang“, sagte Prof. Dr. Joachim Szecsenyi, Autor des Barmer-Arztreports und Geschäftsführer des aQua-Instituts in Göttingen, und verwies auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Zuge des Arztreports unter Psychotherapie-Patienten.

Mehr Kritik gab es Umfragen zufolge an den Terminservicestellen. So war nicht einmal jeder zweite Befragte mit dem vermittelten Termin zur Sprechstunde zufrieden. Die Gründe dafür seien vielfältig und umfassen unter anderem Schwierigkeiten, die Therapie mit dem Beruf zu vereinbaren oder die Uhrzeit, zu der die Therapie stattfinden solle. Ein anderer Grund für die Kritik könnte die räumliche Entfernung zum Therapeuten sein, mutmaßt die Krankenkasse, an der nur etwas mehr als jeder zweite Befragte nichts auszusetzen hatte.

Durchwachsen fiel gemäß der Umfrage auch das Urteil der Befragten zur Psychotherapie selbst aus. So waren zwar fast 89 Prozent der Befragten mit dem Vertrauensverhältnis zum Therapeuten sehr zufrieden, allerdings nur 66 Prozent mit dem Ergebnis der Therapie. Jeder Dritte war demnach teilweise oder gänzlich unzufrieden mit den Resultaten. „Viele Patientinnen und Patienten wünschen sich eine konkrete Lösung für ihre Probleme. Eine Psychotherapie deckt aber eher Verhaltensmuster auf und gibt Denkanstöße zum eigenen Handeln. Deshalb ist es wichtig, dass die Therapeuten den Patientinnen und Patienten zu Beginn klar formulieren, was sie sich von einer Therapie erhoffen können“, so Barmer-Vorstandschef Straub.

Dem Barmer Arztreport zufolge gab es im Jahr 2018 mehr als 36.500 Ärzte und Therapeuten mit einer psychotherapeutischen Qualifikation. Seit dem Jahr 2009 stieg die Zahl der psychologischen Psychotherapeuten um 54 Prozent von 13.700 auf 21.000. Die Zahl der ambulant tätigen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten hat sich mehr als verdoppelt, von rund 2.600 auf etwa 5.500. „Die steigende Anzahl der Therapeuten kommt nicht eins zu eins in der Versorgung an, weil immer mehr ihre Arbeitszeit reduzieren. Im Jahr 2013 haben 89 Prozent der psychologischen Psychotherapeuten in Vollzeit gearbeitet und in 2018 nur 73 Prozent“, sagte Szecsenyi.

Zudem sei die regionale Verteilung unterschiedlich. Während in dünnbesiedelten Gebieten 21 Therapeuten auf 100.000 Einwohner kämen, seien es in dichtbesiedelten Regionen 69 Therapeuten. „Die Frage ist, wie bekommen wir die Therapeuten dorthin, wo wir sie am meisten brauchen? Hier ist über Anreizsysteme während der Weiterbildung nach dem Studium, Weiterbildungsverbünde oder womöglich auch über ein Modell ähnlich der ‚Landarztquote‘ für Studierende der Psychologie nachzudenken“, so Szecsenyi. Eine weitere Option seien Videosprechstunden, die auch im Rahmen der Psychotherapie möglich sind.

ADHS: Tablet-App trainiert (nur) die Aufmerksamkeit

Eine für Kinder mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivi­tätsstörung (ADHS) konzipierte Spiele-App für Tablets hat in einer randomisierten Studie die Aufmerksamkeit und die Inhibitionsfähigkeit von pädiatrischen Patienten verbessert. Ein Einfluss auf die Symptome der Erkrankung war laut der Publikation in Lancet Digital Health (2020; doi: 10.1016/S2589-7500(20)30017-0) jedoch nicht erkennbar.

Kinder mit ADHS zeigen häufig ein starkes Interesse an Computerspielen, dessen exzessi­ver Konsum als Verstärker der Erkrankung diskutiert wird. Die hohe Affinität könnte aber auch genutzt werden, um die Kinder gezielt zu fördern.

Es gibt eine Reihe von Anbietern von Computerprogrammen, die sich an Kinder mit ADHS richten. Die wenigsten wurden jedoch klinisch geprüft, und wenn, waren die Ergebnisse aus Sicht einer früheren Meta-Analyse nicht überzeugend (Journal of Child Psychology and Psychiatry 2017; 58: 474-503).

Eine Besonderheit von „AKL-T01“, einer neuen Spiele-App für Tablets, ist es deshalb, dass der Hersteller das Spiel in einer größeren randomisierten Placebo-kontrollierten Studie untersuchen ließ mit dem Ziel, eine offizielle Zulassung von der US-Arzneimittelbehörde FDA zu erhalten.

An der „STARS-ADHD“-Studie nahmen an 20 Zentren in den USA 348 Kinder teil, bei de­nen eine ADHS („ADHD Rating Scale-IV“ im Mittel 39 Punkte) mit schweren Aufmerk­sam­keitsdefiziten („Attention Performance Index“ im Mittel minus 5 Punkte) diagnostiziert wurde. Die Kinder waren bei einem Screening von 857 Kindern ausgesucht worden. Die Medikamente wurden vor Beginn der Studie abgesetzt.

Die Intervention bestand aus einem Tablet-Spiel, das gezielt die Aufmerksamkeit und die Inhibitionskontrolle trainierte. Die Kinder sollten über 4 Wochen an 5 Tagen der Woche täglich 25 Minuten mit der App spielen. In der Kontrollgruppe erhielten die Kinder ein Spiel, in dem sie Wörter in einem Netz von Buchstaben finden sollten.

Die beiden Spiele kamen bei den 8- bis 12-jährigen Kindern gut an: „AKL-T01“ wurde zu 83 % der vorgesehenen Zeit genutzt (in der Kontrollgruppe sogar zu 96 %). Und es er­füllte seinen Zweck, die Aufmerksamkeit der Patienten besser zu fokussieren.

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Nach den von Scott Kollins vom Duke University Medical Center in Durham und Mitarbei­tern vorgestellten Daten verbesserte sich der „Attention Performance Index“ um 0,93 Punk­te gegenüber einer Verbesserung um 0,03 Punkten in der Kontrollgruppe. Die „Ne­ben­wirkungen“ von „AKL-T01“ waren gering. Bei 5 Kindern (3 %) wurden Frustrationen beobachtet, 3 (2 %) beklagten sich über Kopfschmerzen.

Ob das Spiel damit die Kriterien für eine Zulassung erfüllt, bleibt abzuwarten. Denn au­ßer der (kurzfristigen) Verbesserung der Aufmerksamkeit (die gleich nach Spielende über­prüft wurde), konnte das Spiel keinen Aspekt der Erkrankung verbessern.

In allen sekundären Endpunkten wurden gegen Ende der 4-wöchigen Behandlung keine signifikanten Unterschiede gefunden. Zu den verwendeten Instrumenten gehörte die in den USA zur Einschätzung der Symptome verwendete „ADHD-Rating Scale“ (IV), eine „Impairment Rating Scale“ und ein „Global Impression-Improvement score“

Dass die App den Kindern hilft, ihre Probleme im Alltag und in der Schule besser zu be­wältigen, ist deshalb zweifelhaft, worauf auch die vom Science Media Center in London befragten Experten hinwiesen.

Alle lobten die wissenschaftlich korrekte Durchführung der Studie, wiesen aber auch auf die Schwächen hin. Es könnte sein, dass die App einzig auf einen Aspekt der Erkrankung zielt (geringe Aufmerksamkeit, Inhibition), deren Nachhaltigkeit und allgemeiner Nutzen für die Kinder jedoch offen bleibt. 

Keine Belege für Nutzen von EMDR bei Angststörungen

Die aktuelle Studienlage bietet keinen Anhaltspunkt dafür, dass Patienten mit Angststörungen von einer Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) profi­tieren.

Das hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Universität Witten/Herdecke und der Fernuniversität Hagen in Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sundheitswesen (IQWiG) ermittelt. Die Arbeit im Rahmen eines ThemenCheck Medizin geht auf einen Vorschlag von Bürgern zurück.

Nach Darstellung der Befürworter der EMDR-Methode sollen bei dieser Therapie angst­besetzte Ereignisse oder Situationen aus der Vergangenheit vergegenwärtigt und mit Hilfe der wechselseitigen Aktivierung beider Gehirnhälften aufgearbeitet werden – zum Beispiel durch das Folgen eines sich hin und her bewegenden Fingers mit den Augen oder durch wechselseitige Töne oder das wechselseitige Berühren der Patienten­hände.

Nach mehreren Wiederholungen der EMDR-Behandlung soll die negative Reaktion auf die Erinnerung schwächer und so die Angststörung gemildert werden.

EMDR wird in Deutschland seit den 1990er-Jahren bei der Behandlung von posttrauma­tischen Belastungsstörungen eingesetzt und nur für diese Indikation – nicht aber für Angststörungen – seit 2015 von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) bezahlt.

Die Wissenschaftler identifizierten zunächst 22 Studien zur EMDR-Behandlung bei Angststörungen. Die darin untersuchten Indikationen waren Prüfungsangst, Angst vor öffentlichem Reden und Auftritten, Panikstörungen, Angst vor Spinnen oder zahnärzt­lichen Behandlungen und Flugangst.

Die Studien verglichen eine EMDR-Therapie mit den Alternativen „keine Behandlung“, Verhaltenstherapie, EMDR ohne Augenbewegung, EMDR mit einem anderen Stimulus, Hypnose/Biofeedback und mit einer imaginären Expositionstherapie.

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„Ein hohes Verzerrungspotenzial und eine mangelhafte Berichtsqualität erschwerten die Interpretation der Daten. Zudem war die Studiendauer vielfach zu kurz, um zu Langzeit­effekten Aussagen treffen zu können“, berichten die Wissenschaftler. Somit bleibe unklar, ob ein möglicher Therapieerfolg anhalte, heißt es in dem Bericht.

Dies gelte für alle patientenrelevanten Endpunkte, die in den Studien berichtet wurden: Angst, Depression, angstspezifische Effekte wie Vermeidungsverhalten oder körperliche Symptome, gesundheitsbezogene Lebensqualität und psychosoziale Aspekte.

Die Forscher empfehlen daher „angemessen konzipierte und gut durchgeführte Studien mit hinreichender Darstellungsqualität der Ergebnisse und mit ausreichend langer Nach­beobachtungsdauer“, um die Frage nach einem möglichen Nutzen der EMDR bei Angst­störungen in Zukunft besser beantworten zu können.

Psychotherapie: Verhaltens­therapeutische Ausrichtung befürchtet

Der Bundesrat hat die Approbationsordnung für Psychotherapeuten abgesegnet. Das hat erneut Kritik einer Reihe von Fachverbänden ausgelöst. Die Debatte ist noch nicht beendet.

Nach Ansicht der Deutschen Ge­sellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nerven­heilkunde (DGPPN) grenzt sich die neue Berufsbezeichnung „Psychotherapeu­tin/Psychotherapeut“ nicht ausreichend von der der psychologischen und ärztlichen Psy­chotherapeuten ab.

Die zukünftige Versorgung der Patienten mit tiefenpsychologisch fundierter, analytischer Psychotherapie und systemischer Therapie gefährdet, sehen die Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp).

Mit dem Gesetz zur Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung vom 26. September 2019 wird es Abiturienten ermöglicht, zum Wintersemester 2020/2021 direkt ein Universitäts­studium der Psychotherapie zu absolvieren. Die Approbation kann dann nach einer staat­lichen psychotherapeutischen Prüfung künftig bereits nach dem fünfjährigen Studium beantragt werden.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hatte eine Approbationsordnung vorgelegt, der der Bundesrat am 14. Februar mit einer Reihe von Änderungen und Entschließungen zuge­stimmt hat. Setzt die Bundesregierung die Änderungen um, tritt die Verordnung am 1. September in Kraft. Die Berufsbezeichnung nach Approbation lautet künftig „Psycho­the­rapeutin/Psychothera­peut“. Ärzte können den Zusatz „ärztlich“ verwenden.

Das stößt auf Unmut. „Patienten werden so im Unklaren gelassen, wer ihnen gegenüber­sitzt und die therapeutische Behandlung verantwortet“, heißt es aus der DGPPN. Die Ori­en­tierung des Patienten im Gesundheitswesen würde damit erschwert, so die Psychiater.

Auch die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) sieht die Verkürzung der bisherigen Berufsbezeich­nungen Psychologischer Psychotherapeut und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut weiterhin kritisch.

Die Approbationsordnung trage der in den vergangenen Monaten vorgebrachten Kritik der BÄK und einiger ärztlicher Verbände nur bedingt Rechnung, schreibt die DGPPN und: „Es bleibt jetzt abzuwarten, wie der neue Studiengang bundesweit an den Hochschulen eingerichtet wird.“ Nach Auffassung der Fachgesellschaft sollte die Kooperation mit me­di­zinischen Fakultäten und ihr Wissenstransfer als Garant für eine größtmögliche Versor­gungssicherheit des Patienten eine Voraussetzung sein.

Die DGPT und der bvvp – beide Verbände mit ärztlichen und psychologischen Psychothe­ra­peuten gemischt – begrüßen, dass durch die vom Bundesrat eingebrachten Änderun­gen die Strukturqualität der Lehre und die verfahrensbreite Ausrichtung des Studiums noch verbessert werden konnten.

Insbesondere sei bei der staatlichen Prüfung nun klargestellt worden, dass die Prüfer in größerem Umfang die Fachkunde in unterschiedlichen Therapierichtungen nachweisen müssten. „Sonst könnte beispielsweise ein Verhaltenstherapeut psychoanalytische Inhalte prüfen“, erläuterte der DGPT-Vorsitzende Georg Schäfer.

Auch verweist die Approbationsordnung nach den Änderungen explizit auf die im Psycho­therapeutengesetz vorgegebenen Ausbildungsziele: eine Grundqualifizierung in allen wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieerfahren über alle Altersgruppen hinweg, also analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, systemi­sche Therapie und Verhaltenstherapie.

„Problematisch bleibt aber weiterhin, dass eine verbindliche Vorgabe für eine fachkun­di­ge Lehre der Psychotherapieverfahren im gesamten Studium fehlt“, kritisierte Schäfer. Es sei nicht festgelegt, dass die Lehrenden eine abgeschlossene Weiterbildung in dem von ihnen gelehrten Psychotherapieverfahren absolviert haben. Lediglich für die berufs­prak­tische Qualifizierung habe der Bundesrat die Verpflichtung zur fachkundigen Lehre mit aufgenommen.

Nur Lehrende mit entsprechender Fachkunde sollen unterrichten

„Es muss sichergestellt werden, dass die Lehre der Psychotherapieverfahren nur von Leh­renden mit entsprechender Fachkunde erfolgen darf“, fordert auch Martine Klett, stellver­tretender Vorsitzender des bvvp.

Man hoffe auf die Einsicht der überwiegend verhaltenstherapeutisch orientierten Univer­sitäten, dass deren Professoren nicht alles fachkundig lehren könnten. Von 60 Lehrstüh­len für Klinische Psychologie und Psychotherapie in Deutschland sind 59 mit Verhaltens­therapeuten besetzt.

Die DGPT befürchtet, dass die gegenwärtig einseitig verhaltenstherapeutisch ausgerich­tete Lehre an den staatlichen Universitäten weitergeführt wird. „Damit wird erheblich be­einflusst, welches Vertiefungsverfahrens die angehenden Psychotherapeuten in der nach­folgenden Weiterbildung wählen“, betont Schäfer.

Wegen des absehbaren Ausscheidens der geburtenstarken Jahrgänge werde dies zur Kon­sequenz haben, dass es immer weniger nicht-verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Psy­chotherapeuten in der Versorgung der Patienten geben werde. 

Psychotherapie für Geflüchtete: Sprachmittlung ist ein Problem

Fehlende Finanzierungsregelungen und der Mangel an qualifizierten Sprach­mittlern sind Hauptprobleme bei der ambulanten Psychotherapie von Geflüchteten. Das berichten die Landesärzte- und die Landespsychotherapeuten­kammer Baden-Württem­berg nach einer Umfrage bei niedergelassenen psychologischen und ärztlichen Psycho­the­rapeuten.

In der Umfrage gaben 56 Prozent der Befragten an, dass sie Psychotherapien auf Englisch durchführen. 53 Prozent setzen Sprachmittler ein. Aufgrund der mangelnden Verfügbar­keit kann nur ein Drittel dabei ausschließlich auf Sprachmittler zurückgreifen, die explizit für den Einsatz in der Psychotherapie geschult sind.

Die beiden Kammern setzen sich zusammen mit „refugio stuttgart“ – einem psychoso­zia­len Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge – dafür ein, zusätzliche Qualifizierungsmög­lichkeiten für Sprachmittler zu schaffen, die eine Zertifizierung für den Einsatz in der Psychotherapie beinhalten.

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Ein weiteres Problem ist die Finanzierung der Sprachmittlerleistungen: „Die Kosten für Sprachmittlung werden von den Krankenkassen nicht übernommen, und es gibt keine alternative einheitliche Lösung für die Finanzierung des Sprachmittler-Einsatzes“, hieß es aus den Kammern.

Dies führe dazu, dass Sprachmittler zum Teil nicht bezahlt werden oder dass Psychothe­ra­peuten diese Kosten selbst übernehmen. Die Organisationen fordern die Landesregie­rung daher auf, bis auf weiteres die Kosten für die Sprachmittlung zu übernehmen. 

Infoportal zur Inter­geschlechtlichkeit will aufklären

Ein neues Informationsportal zum Thema Intergeschlechtlichkeit hat die Ruhr Universität Bochum (RUB) vorgestellt. Es richtet sich an intergeschlechtliche Menschen, Eltern und Angehörige, pädagogisches und medizinisches Personal sowie an Medien­schaffende und Interessierte.

„Aufgrund unserer Forschung wurde deutlich, dass es an gesellschaftlichem Wissen rund um das Thema Intergeschlechtlichkeit fehlt“, sagte Katja Sabisch, Inhaberin des Lehr­stuhls Gender Studies der RUB.

Die neue Plattform soll daher verlässliche Informationen bereitstellen und dabei wert­schätzend und nicht pathologisierend informieren, so Sabisch. Das Ministerium für Kin­der, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Aufbau des Portals gefördert.

Das Portal bietet unter anderem Informationen zu rechtlichen Regelungen, zum Beispiel zu Kinderrechten, Rechten gegenüber den Krankenkassen oder dem Personenstandsrecht. Außerdem enthält es weiterführende Links, Hinweise auf Kinderbücher, Arbeitsmaterial und einführende Texte in das Thema.

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„Intergeschlechtliche Menschen verbinden mit Krankenhäusern und Arztpraxen oft Er­inne­rungen an Herabwürdigung und Desinformation“, heißt es auf dem Portal. Manche hätten dort Untersuchungen und Vermessungen ihres Körpers erleben müssen, die nicht durch ein individuelles Therapieziel begründet gewesen seien. Manche intergeschlecht­liche Menschen versuchten Arztbesuche zu vermeiden, weil sie fürchteten, retraumati­siert zu werden.

„Ein wichtiger Teil ist die Sichtbarmachung von intergeschlechtlichen Menschen“, so Pro­jektmitarbeiterin Anike Krämer. „Daher versammeln wir auf dem Infoportal auch Videos, Blogs oder Texte von intergeschlechtlichen Menschen.“ Die Seite ist auf Deutsch, Englisch und Türkisch und in Teilen in leichter Sprache verfügbar.